Wer braucht externe Navigationsgeräte, wenn er ein Handy hat?
Handys können heutzutage prinzipiell alles. Sie verwalten unsere Kontakte, gruscheln unsere Freunde, erinnern uns an deren Geburtstage und andere Termine, eröffnen uns die Welt in das mobile World Wide Web und telefonieren können sie auch noch. Die neue Generation der Mobiltelefone ordnet und verwaltet unseren Alltag, doch können sie uns auch steuern? Kann es uns Mobil navigieren? Oder handelt es sich dabei nur um ein Gimmick, eine nette Idee, die für echte Cracks aber wenig zu gebrauchen ist? Fragen über Fragen.
Nun, wenn man nur einen Bruchteil über diese Problematik nachdenkt, kommt man schnell zu einem Schluss: Handy gleich Internet gleich immer up-to-date. Und auf der anderen Seite: Navi gleich teuer gleich nie up-to-date. Klar, ein Handy haben wir sowieso. Ein externes Navigationsgerät verursacht nicht unerhebliche Zusatzkosten. Aber ist das nicht zu einfach gedacht?
Da die kommerzielle Welt ist, wie sie ist, Handyverkäufer Handys verkaufen und Navi-Anbieter Navis anbieten wollen, gehen die Ergebnisse einschlägiger Tests selbstredend immer in die Richtung des Auftraggebers. Ziehen wir also zwei – anstandshalber – anonyme Testergebnisse beider Parteien zurate, filtern Sinniges von Sinnfreiem und schauen, zu welchem Ergebnis wir kommen.
In den Prospekten der Smartphonevertreiber ist des Öfteren zu lesen, dass die neue Generation der Mobilfunktelefone auch über eine Navigationsfunktion verfügt. Manche gar mit Live-Stauberichten, andere mit Blitzerwarnungen und wieder andere mit direkt angebotenen Umleitungen – alles in Echtzeit, versteht sich.
Die Gruppe Pro-Handy-als-Navi (nennen wir sie ab jetzt PHAN) unterstreicht dieses Angebot sogar mit dem Argument, dass es mittlerweile im Prinzip für jedes System kostenlose Software gibt. Die Gruppe Pro-klassisches-Navi (kurz PKN) kontert mit der These: ‘Kostenlos ist ein Marketinggag, teuere Datentransfers für das Internet werden fällig und gerade für Laien ist der Tarifdschungel undurchsichtig!‘ Na ja, Datenflatrates gibt es schon ab ein paar Euro im Monat, das können wir also nicht gelten lassen.
Der nächste Streitherd namens ‘Narrensicherheit‘ schließt direkt an: PKN wirft in den Raum, dass klassische Navis narrensicher seien und somit ‘für die Allgemeinheit tauglich‘, während die Handy-Variante nur ausgesprochenen Mobilfunk-Cracks zu empfehlen sei. Aha! Jetzt haben sich die PKNs gleich zweifach verplappert.
Erstens sagen sie, dass es Cracks, also Experten, zu empfehlen sei. Dass bedeutet also, dass Leute die sich mit der Materie beschäftigt haben, sich auskennen, zu der Handy-Variante greifen sollen. Da fragt man sich, wenn der Crack diese Möglichkeit nimmt, dann macht er das, weil sie wohl besser ist. Halten die Herren uns etwa für Narren? Ja! Denn zweitens wird damit geäußert, dass die Allgemeinheit etwas Narrensicheres braucht. Dummes für die Dummies also.
Nun gut, kommen wir zum nächsten Punkt. Es wird versucht, Gleichberechtigung walten zu lassen, aber leider findet man den gröbsten Unsinn nur auf der einen Seite. Achtung, der Test unserer PKNs (übrigens ein ansonsten tatsächlich fachkundiges Ensemble) haut den nächsten Paukenschlag direkt hinterher: ‚Besonders tückisch: Ein mobiles Endgerät (Handy) braucht eine Stromversorgung und eine speziell für das jeweilige Gerät geeignete Halterung.‘
Das ist der Hammer! Strom und noch eine Halterung, wer soll das denn bezahlen? Mal ehrlich, Strom? Lebt denn ein klassisches Navi von Luft und Liebe? Richtig ist das mit der Halterung, denn sonst gibt es 40 Euro Strafe und einen Punkt bei den Freunden in Flensburg. Doch solche Halterungen samt Stromkabel gibt es teilweise schon beim Kauf dazu und wenn nicht, dann für einen Bruchteil des Bußgeldes zu erwerben.
Ziehen wir schnell ein Fazit, bevor wir uns vor Lachen noch im Navi verlaufen: Die großen Automobilclubs, die mit den großen Automobilzulieferern zusammenarbeiten, haben natürlich und analog zur Gegenseite ein Interesse daran, den Straßenverkehr sicher zu gestalten und ihre Produkte zu vertreiben. Das ist löblich. Mit welch schleierhaften Argumenten hier bei Tests allerdings um sich geworfen wird, grenzt an eine Art Volksverdummung. Selbstredend hat sowohl die eine als auch die andere Seite ihre Daseinsberechtigung und ihre Argumente. Aus unserer Sicht trennt beide Seiten aber nur ein Unterschied: Wer so oder so ein Handy der neuen Generation nutzt, der kann dieses mit ruhigem Gewissen auch als Navi nehmen. Wer allerdings bei den Funktionen der modernen Smartphones etwas überfordert ist, der sollte das Geld in die klassische Variante investieren, denn auch sie funktioniert, bedarf aber kaum eines zeitlichen Aufwands geschweige denn technischen Interesses.
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Danke für den guten Artikel - hat mich ein wenig nachdenken lassen. Mein Handy Navi benutze ich schon ganz gerne mal, natürlich meistens wenn das TomTom Navi bei meinem Freund im Auto ist. Nur mit meinen Handy Navi zu fahren fände ich nicht so gut, vielleicht sollte ich mir auch ein Handy mit einem größeren Display zulegen. Mit den technischen Dingen des Handys beschäftige ich mich zwar schon und das Handy funktioniert auch sehr einfach, jedoch kenne ich es sicher nicht bis ins Detail. Also mein Fazit wäre wohl ähnlich, beide Geräte zur Hand zu haben finde ich einfach klasse, auf das TomTom möchte ich nicht verzichten.