Mit den Möglichkeiten wächst auch die Gefahr!
Ist die Angst vor Hackern berechtigt?
Es ist schon Wahnsinn, wie schnell und innovativ die Handytechnologien sich entwickeln. Es wird wohl die Symbiose des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends sein, dass sich der Mobilfunk mit dem Internet vereint hat. Routenplaner, E-Mails, Social Media, überhaupt das Web 2.0 und viele weitere Aktionen erledigen wir mittlerweile wie selbstverständlich mit dem Handy. Doch mit den Möglichkeiten wächst auch die Gefahr. Vor Viren, Hackern und Lauschangriffen.
Geschäfte, Verhandlungen und Kontobuchungen – nicht nur das Business wird immer häufiger mobil abgewickelt, auch die sozialen Kontakte basieren immer mehr auf den neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Doch stellt sich die Frage ob der, der am Handy über Verträge, Überweisungen, neue Ideen oder Mitmenschen spricht, auch sicher sein kann, dass kein böses Blut ebenfalls ein Ohr am Hörer hält. Denn die neuen Technologien, die teilweise immer noch vergleichsweise veraltete Verschlüsselungsstandards benutzen, beinhaltet ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko.
Etwas überspitzt formuliert muss man nicht MacGyver heißen oder ein spezialisierter Superhacker sein, nein, mit einem Laptop, einem Handy, einer Antenne aus dem Elektronik-Fachhandel und Software aus dem Netz können selbst technisch nur halbwegs Versierte leicht Mobiltelefonate abhören. Dabei gibt es längst wesentlich effektivere Möglichkeiten, doch irgendwer hat immer Interesse daran, die Sicherheit nicht allzu umständlich zu kleiden, beispielsweise wäre hier der Kryptochip zu nennen. Dieser Chip wird in die Micro-SD-Speicherkarte integriert, verschlüsselt das Telefonat und authentifiziert den Gesprächspartner. Allerdings bräuchten in diesem Fall beide Gesprächspartner das entsprechende Gadget, um die Funktionalität zu gewährleisten.
Das relativ kleine Unternehmen Safe-com aus Deutschland hatte eine andere Idee: Mit dem NG Securephone, einem äußerlich unauffälligen Nokia-Handy, umgeht die Firma das unsichere GSM-Netz und nutzt stattdessen die Datenkanäle des mobilen Internets, etwa GPRS, Edge, Wifi oder 3G. So fällt allein schon beim Provider niemand auf, da ein sicheres Telefonat vom mobilen Surfen im Internet nicht zu unterscheiden ist. Im Gegensatz zu anderen Lösungen ermöglicht diese Innovation völlig anonyme Gespräche. Ein weiterer Vorteil dieser Variante ist die separate Kontaktliste. Für sichere Verbindungen werden ausschließlich Nicknames verwendet. Die Kunden führen ihre Gespräche also unabhängig von ihrer eigenen Rufnummer. Das heißt auch, dass ein Dieb mit der Anruferliste des Handys nichts anfangen könnte. Statt höchst brisanten Kontakten bekäme er nur zufällig generierte Spitznamen wie beispielsweise „Micky Maus“ zu sehen.
Sollte das Handy abhandenkommen, kann der Besitzer zudem per SMS einen Code an sein Telefon schicken und dafür sorgen, das Handy zu sperren bzw. alle Daten zu verschlüsseln oder sogar zu vernichten.
Doch nicht nur die Abhörsicherheit sinkt mit den neuen Möglichkeiten, auch die Gefahr bezüglich Viren steigt kontinuierlich. Was für Logos und Klingeltöne von Vorteil ist, nämlich das selbstständige Installieren der neuen Softwarekomponente, ist bei den Handy-Viren fatal. Oft endet es nämlich in schwarzen oder fehlerhaften Displays und in besonders schweren Fällen bleibt nur der Gang zum Händler bzw. die Zurücksetzung zum Lieferzustand.
Doch was kann man tun? Wie kann man sich schützen? Genau diese Fragen bestimmte auch die Cebit 2010. Sicherheit ist ein aktuelleres Thema denn je in der Mobilfunkbranche. Wirkliche Sicherheit gibt es zurzeit noch nicht. Auch neue Handybetriebssysteme wie Android von Google oder auch Apples iPhone sind nicht zu 100 Prozent vor Angriffen auf Kreditkartennummern, Bank- oder Login-Daten geschützt.
Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass Smartphones, Blackberrys und Co. heute sensible Daten speichern. Der Besitz dieser Daten ist für Hacker äußerst attraktiv und lukrativ, daher werden sie immer mehr zum Ziel von Betrügern. Und auch wenn die nötige Sicherheit mittlerweile das Kernthema in der Branche darstellt, wer sich wirklich schützen möchte, ist auf externe, kostenpflichtige Angebote angewiesen. Noch.
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