Hyper Hyper-Texting
Die USA sind ja, zumindest im Verhältnis gesehen, eher eine prüde Nation. Klar, man darf Verbrecher mit Tiernarkosen auf der Schlachtbank erlegen, aber ein Nippel im Fernsehen löst einen Skandal aus. Doch mit der Tristesse im Unterleib ist bald Schluss, denn neueste Studien haben ergeben, dass der Trend in Richtung Hyper geht. Hyper-Texting. Was das mit ehrpussligen Amerikanern zu tun hat und was dieser Trend für uns bedeutet, so er denn weiter überschwappt, erfahrt ihr in diesem eurem Lieblingsblog!
Beginnen wir mit einer kleinen Begriffsklärung: Was ist eigentlich Hyper-Texting? Der Ausdruck beschreibt die neue Form der Jugendkommunikation, also das massenhafte Schreiben von Kurzmitteilungen per Handy – mal sozialpädagogisch gesprochen. Im Klartext bedeutet das, jeder, der zwischen 100 und 150 (!) SMS pro Tag verschickt, ist ein Hyper-Texter. Gesetz den Fall, man schläft pro Nacht sieben Stunden, verschickt man also den Rest des Tages genau 8,82 SMS pro Stunde, um 150 Stück zu texten. Nicht schlecht oder?
Forscher in den USA haben dieses Phänomen besonders bei Schülern gefunden. Jeder fünfte Schüler auf einer amerikanischen Highschool ist demnach ein SMS-aholic und schreibt durchschnittlich mehr als 100 SMS pro Tag. Doch jetzt wird es richtig interessant, denn die Wissenschaftler fragten weiter. Dabei heraus kam, dass SMS-Vielschreiber wesentlich eher und mehr Sex haben als ihre Altersgenossen. Zudem neigen sie auch eher und intensiver zu Drogen- und Alkoholmissbrauch. Und bevor ich es vergesse, auch bei gewaltgeschwängerten Auseinandersetzungen sind SMS-Junkies auffällig häufig involviert. Ah ja.
Handelt es sich nun also um blutleere Daseinszapper, die völlig fehlgesteuert durch die Galaxie torkeln und SMS schreiben, oder sind die anderen amerikanischen Schüler prüde, langweilige Stubenhocker? Fest steht, dass diese äußerst kuriose Studie hinten und vorne hinkt. Denn auch wenn das verrückte Amerika sich erdplattentechnisch abgespalten hat, verfügen die Amis trotzdem nur über 24 Stunden pro Tag. Und auch wenn es Menschen gibt, die gleichzeitig trinken, fernsehen, essen, Sex haben und SMS schreiben können, für Gewalt bleibt da doch gar keine Zeit mehr und auch die Drogen können keine Finger im Spiel haben, denn eben diese hängen ja an den Tasten und tippen. Schon komisch, die Yankees.
Für die Sittenwächter hiesiger Gefilde wird das Hyper-Texting auch kaum Auswirkungen haben, denken die doch – wie die Deutschen eben so sind – wer soll das denn bezahlen? Trotzdem kommt der Trend auch zu uns. Kein Grund, panisch zu werden, liebe Eltern, es gibt ja SMS-Flatrates (und das ist auch gut so). Und nur weil jemand gern kommuniziert, seine körperlichen Flüssigkeiten tauscht und ab und an dem Wein nicht abgeneigt ist, heißt das noch lange nicht, dass er ein heroinabhängiger Schläger wird. Also geht raus Kinder, geht, schreibt SMS und liebt euch!
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