Endlich - das Wirrwarr hat ein Ende

Ein jeder hat doch ein spezielles Schränkchen, oder?
Meines ist alt, allerdings mit neuem Weiß bemalt. Und ebenfalls hat doch jeder in diesem Schränkchen eine scheinbar übersprudelnd volle Schublade. Meine ist rot. In ihr steckt ein Haufen Salat. So genannter Kabelsalat, also ein vermeintlich nicht durchdringbares Wirrwarr aus Kabeln für Stecker meiner Ex-Handys. Ich nenne sie so, weil sie mal ein Teil von mir waren und nun nicht mehr sind. Und weil sie mich ein Stück weit begleitet haben, so wie diese Kabel eben. Weil der Messi in mir alles aufhebt, quillt diese Kabeldschungel-Schublade über. Nokia, Sony, noch mal Sony, noch mal Nokia, Samsung, Motorola und so weiter.
Der Schrei der Crowd nach einheitlichen Kabeln war groß, laut, lang und intensiv. Doch er stieß bisher leider auf taube, mit Beton gefüllte Ohren sturer Hersteller. Die EU griff ein und einigte sich endlich mit den führenden Herstellern auf ein Universal-Ladekabel, welches uns sogar noch in diesem so neuen Jahr erreichen soll. Endlich!
Wie Ende Dezember in einer Mitteilung der EU-Kommission zu lesen war, ist die Basis gelegt. Nun sei das Heft des Handelns in den Händen der Industrie. Die nötigen Standards seien bestimmt, nun müssen sich alle Beteiligten an die Abmachungen halten und mit dem Verkauf von Mobiltelefonen für das neue Ladegerät starten.
Treibender Aspekt des Ganzen ist das Ziel, die bestehenden Preise zu senken und unsere Schubläden vom Kabeldickicht zu befreien, sprich weniger Müll zu produzieren. Doch viele Fragen sich völlig zu Recht: Warum hat das so lange gedauert? Gerade wenn man bedenkt, dass sich die Politik in Brüssel schon 2009 mit 13 führenden Handyherstellern geeinigt hatte. Auch die simple Lösung dieses Rätsel steckt in der Mitteilung der EU, denn Schuld ist wohl wie so oft eine Lady namens Bürokratie. Die zuständigen Behörden, so heißt es, haben zwei Jahre gebraucht, um die Vorgaben zu prüfen und anzupassen. Deshalb kommt das standardisierte Gerät etwa ein Jahr später auf den Markt als ursprünglich geplant.
Die gemeinsame, einheitliche Lösung sieht in der Praxis wie folgt aus: Verbraucher mussten in der Vergangenheit zu jedem Handy ein passendes Ladekabel kaufen. Nun allerdings werden sämtliche Modelle mit einem Micro-USB-Stecker ausgerüstet, der jedoch nur in Mobiltelefone mit entsprechendem Anschluss passt. Dieser ist in vielen aktuellen Modellen bereits vorhanden, was den Übergang wesentlich erleichtern soll.
Da die Kommission davon ausgeht, dass sich Smartphones in den kommenden zwei Jahren auf dem europäischen Markt durchsetzen werden, gilt die Regelung auch nur für diese Typen. Alle anderen haben nach Ansicht der Brüsseler Experten keine Zukunft und sind daher irrelevant. Wie dem auch sei, mein Schränkchen wird sich freuen!
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Ja, da kann ich dem Autoren nur Recht geben, ich hab auch so ein Schränkchen und könnte mich ständig darüber aufregen,d ass es überquillt vor lauter Kabeln. Toller Text, und auch ich freu mich dass es bal kommen wird das Kabel für Alle