Eine kleine Geschichte des Mobilfunks
Handys sind der kleine Bruder des Alltags. Jeden Tag nutzen wir sie, telefonieren dank ihnen zahlreiche Minuten und schreiben immense Textvolumina an SMS. Doch wie kam es eigentlich dazu? Wer ist der Vater des kleinen Bruders und wie hat dieser Alltagshelfer sich entwickelt? Eine kleine Geschichte des Mobilfunks gibt Aufschluss.
Die drahtlose Kommunikation zwischen zwei entfernten Punkten begann, als ein gewisser Herr namens David Edward Hughes das physikalische Phänomen der elektromagnetischen Wellen erstmals präsentierte. Das war im Jahr 1879. Nur wenige Lenze später reproduzierte der Physiker Heinrich Rudolf Hertz die Maxwell’sche Theorie und damit die Beobachtungen von Hughes – ein FUNKE erzeugte in einem Empfänger in der Nähe eine Spannung. Der Beginn des MobilFUNKzeitalters. Einen weiteren Beitrag hierzu lieferte Guglielmo Marconi, der das erste funktionsfähige System für drahtlose Übermittlung, auch Morsen genannt, erfand. Dieser Herr war auch der Erste, der auf diese Art und Weise den Atlantik überwand.
Machen wir nun einen kleinen Sprung in das Jahr 1926, in dem das nun etwas weiterentwickelte System nach Deutschland kam. Die Deutsche Reichsbahn ermöglichte es der ersten Klasse auf der Strecke Berlin-Hamburg, aus einem fahrenden Zug Funkgespräche zu führen. Telegrafenleitungen entlang der Strecke wurden als ortsfeste Sende- und Empfangsantennen genutzt und verbanden sich mit an den Zugwägen entlang gespannten Drähten über eben diese elektromagnetischen Wellen.
Trotz dieser Versuche dauerte es noch weitere 20 Jahre, bis das erste Mobilfunknetz weltweit in den USA funktionierte. Erst nach der Entwicklung der UKW-Technik wurde auch in Nachkriegsdeutschland damit begonnen, verschiedene Regionen mit lokalen Netzen auszustatten. Der weitere Fortschritt der Netze wurde mit Buchstaben in alphabetischer Reihenfolge betitelt.
Die Bundespost führt das A-Netz 1958 ein. Analog und in Handarbeit. Das Fräulein vom Amt vermittelte und sobald man den Empfangsbereich verlassen hatte, wurde das Gespräch notgedrungen abgebrochen. Die Kosten waren enorm, daher war dazumal das mobile Telefonieren nur etwas für äußerst gut Betuchte.
Selbstwählverkehr in beide Richtungen wurde erst 1972 mit dem B-Netz ermöglicht. 16000 Teilnehmer, später dann 27000 – mehr war nicht möglich. Mit 270 DM pro Monat ebenfalls ein teures Vergnügen. 1985 startete dann endlich das ersehnte C-Netz. Hiermit war man nun im gesamten Bundesgebiet ohne regionale Vorwahl unter einer festen Rufnummer erreichbar. Nun gab es nicht nur feste Autotelefone, sondern auch die ersten tragbaren Geräte-Vorgänger heutiger Handys. Anfang der 90er-Jahre betrug die Teilnehmerzahl erstmals mehr als 800000 und der Grundpreis senkte sich von anfangs 120 DM auf 19 DM pro Monat.
Wer sich diesem Trend widersetzte, wurde spätestens mit der Einführung der Pager verführt, dem ausgelagerten Vorgänger der SMS-Kommunikation. Dann dauerte es auch nicht mehr lange bis zum D-Netz, welches erstmals für Konkurrenz auf dem Mobilfunkmarkt sorgte. Nun gab es zwei Anbieter – die Deutsche Telekom und Mannesmann-mobil. Beide gingen zeitgleich mit dem nun digitalisierten GSM-Netz D1 und D2 an den Start.
Anfangs waren die Netzkapazitäten auf vier Millionen Nutzer ausgelegt, doch nach mehreren Ausbaustufen wurde diese Technik mehr als 20 Millionen Kunden zur Verfügung gestellt. 1994 wurde dann der Markt für eine weitere Lizenz geöffnet. Das E-Netz basierte auf GSM-Standards, verfügte allerdings über einen wesentlich höheren Frequenzbereich von 1800 Mhz. Die große Nachfrage lockte alsbald weitere Unternehmen an und so starteten im Sommer 1994 E-Plus und 1998 die VIAG Interkom (das heutige O2). Diese Konkurrenz ließ die Mobilfunkpreise schnell sinken, was wiederum das Interesse der Deutschen schnell steigen ließ.
Heute ist jeder, der es möchte, weltweit in der Lage, mobil zu telefonieren. In Deutschland gibt es weit mehr als 100 Millionen registrierte Anschlüsse, die beweisen, dass das Handy nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken ist.
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