Die schockierende demografische Wahrheit über Handys
Zum Thema Statistik gibt es viele Meinungen. Roosevelt stand dem Ganzen skeptisch gegenüber, sagte er doch einst, dass ein Millionär und ein armer Schlucker laut Statistik jeweils eine halbe Million besitzen. Und ein deutscher Bankier fügte dem einst hinzu: „Statistik ist wie eine Laterne im Hafen. Sie dient dem betrunkenen Seemann mehr zum Halt als zur Erleuchtung“.
Doch auch, wenn es bei diesem Thema letztlich mehr um die Illusion der Präzision geht, interessant sind diese Zahlenspiele zumeist. Daher hat der amerikanische Handyzubehör-Hersteller „Wilson Electronics“ auch eine Erhebung im Zusammenhang zwischen Handys und dem Alter gesammelt. Ein Beispiel? Was sagt Ihnen die Zahl 370? Wahrscheinlich nichts, aber eben diese stellt den Faktor dar, um den die Anzahl genutzter Handys seit 1990 zugenommen hat.
Weltweit sind heute mehr als 4.600.000.000 Handys in Benutzung. Die Weltspitze erreichten in dieser Kategorie die Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, hier gibt es pro Einwohner 1,95 Handys. Übrigens, auch in Deutschland gibt es weit mehr Mobilfunktelefone als Bundesbürger. In der Nutzung dieser schlägt jedoch niemand die USA. Pro Tag wird dort 6.100.000.000 Minuten telefoniert. Das entspricht einer durchschnittlichen Nutzung von etwa 21 Minuten pro Tag und Nutzer.
Im Jahr 2009 wurden allein in den USA 4.100.000.000 Textnachrichten verschickt. 2010 waren es bereits weit mehr als 5.000.000.000 SMS. Jeder zweite amerikanische Teenager ist zudem in der Lage Kurznachrichten blind zu schreiben. Auch während des gemeinschaftlichen Essens, was allerdings 27 Prozent der über 25-jährigen Befragten nicht tolerieren. Im Gegensatz dazu stört es nur 27 Prozent der unter 25-Jährigen. Auch im Badezimmer, beim Zähneputzen oder aber gar beim Toilettengang nutzen die jüngeren Befragten ihr Mobilfunktelefon doppelt so oft wie die älteren. Einig ist man sich, was die Nutzung während des Bettgeflüsters angeht: Auch wenn 15 % aller Amerikaner an ihr Handy gehen, wenn sie Sex haben, tolerieren würden es angeblich nur 6 % – wie das nur möglich ist?
Doch was lernen wir aus solchen Zahlen? Was wollen und können uns solche Statistiken sagen? Auf jeden Fall, dass unser Konsum stark wächst. Dass unser Handy kaum mehr wegzudenken ist aus unserem Alltag. Oder doch nicht? Was wäre denn, wenn die uns suggerierte, öffentliche Darstellung gar nicht der tatsächlichen Realität entspricht? Was, wenn uns weisgemacht wird, dass wir ohne Mobilfunktelefon nicht mehr überlebensfähig sind, damit der tatsächliche Verbrauch weiter steigt und die großen Konzerne weiter verdienen?
Ein Beispiel. Die Studie von „Wilson Electronics“ zeigt, dass durch die übermäßig starke Berichterstattung die Befragten denken, dass nahezu jeder in den USA mittlerweile ein iPhone hat. Auch die, die noch keins haben denken, dass sie fast die einzigen sind und haben zeitnah vor, sich ebenfalls Apples Kassenschlager zuzulegen. Tatsächlich ist der mediale Großangriff aber quantitativ nicht gleichzusetzen mit den realen Marktanteilen, denn hier führt das Blackberry mit einem Marktanteil von 42 %! Apples iPhone OS steht erst an zweiter Stelle.
So viel zu der Illusion der Präzision, aber interessant ist es trotzdem.
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